Wenn Meerwasser zur Trinkwassergewinnung oder zur Kühlung genutzt wird, besteht immer das Risiko von Meeresbewuchs beziehungsweise marinem Fouling im Wassersystem. Dabei siedeln sich verschiedenste Muscheln und Seepocken an den Innenflächen der Leitungen an. Diese ständig wachsende Schicht kann Wärmetauscher, Rohrleitungssysteme oder Maschinen, die das Wasser nutzen, beeinträchtigen.
Das Leben einer Muschel im Wassersystem
Wird Wasser in ein Schiff oder eine Kühlanlage geleitet, verhindern meist Filter oder Siebe, dass Meeresorganismen in das System gelangen. In der Regel funktioniert dies recht gut, und ausgewachsene Muscheln oder Fische gelangen nicht in die Rohrleitungen. Kleine Larven am Anfang ihres Lebenszyklus können solche Filter jedoch passieren. Sie setzen sich an Stellen mit geringer Strömung oder anderen günstigen Bedingungen fest und wachsen dort bis zu einer bestimmten Größe. Sobald sie groß genug sind, werden sie vom vorbeiströmenden Wasser weitergespült. Anschließend sammeln sie sich an Engstellen – häufig am Einlauf von Wärmetauschern.
Die beiden Fotos verdeutlichen dies. Auf dem ersten Bild haben sich zahlreiche Muscheln am Einlauf zu den Wärmetauscherplatten angesammelt. Sie behindern den Wasserdurchfluss erheblich und verringern die Wärmeleistung des Wärmetauschers. Das zweite Foto zeigt eine ausgebaute Wärmetauscherplatte. Dort, wo eigentlich Wasser fließen sollte, befinden sich überall Muscheln.
Merus kann Meeresbewuchs in Wassersystemen deutlich reduzieren
In den vergangenen 20 Jahren haben wir Merus Ringe auf Schiffen, auf Offshore-Plattformen und an Land installiert und konnten Meeresbewuchs erfolgreich stoppen oder reduzieren. Wir installieren unsere Ringe möglichst nah an den Filtern. So behandeln wir das Problem gleich am Anfang, dort, wo das Meerwasser in das System eintritt. Auf einem Schiff oder offshore ist dies normalerweise direkt hinter dem Seekasten. An Land werden Merus Ringe dort installiert, wo die Leitung an Land kommt. Eine Installation von Merus Ringen unter Wasser ist weiterhin nicht möglich.
In vielen Fällen genügt es, Merus Ringe am Seekasten zu installieren, um das gesamte System zu behandeln. Ist das Wassersystem sehr groß und versorgt viele Verbraucher, installieren wir zusätzliche Ringe zum Schutz der einzelnen Maschinen.
Nach der Installation wirken zwei Effekte der Merus Technologie zusammen, um die Probleme mit Meeresbewuchs in der Leitung zu lösen. Zunächst sorgt die Wirkung gegen die typischen Probleme in jedem Wasser (Verkrustungen und Korrosion) für eine saubere und damit glatte Innenfläche der Leitung. Ohne raue Stellen finden Larven keine Ansatzpunkte, an denen sie sich festsetzen können.
Dadurch werden sie durch das Rohrleitungssystem gespült und passieren die Wärmetauscher, ohne Probleme zu verursachen.
Als zweiter Effekt bleibt durch unsere Wasserbehandlung unmittelbar an der Oberfläche ein Film aus reinem Wasser stabil. Dieser verstärkt den ersten Effekt, indem er die Reibung reduziert und verhindert, dass die Larven ausreichend Halt finden, um sich festzusetzen und zu wachsen. Derselbe Effekt wirkt gegen Seepocken und andere kleine Meeresorganismen. Die besten Ergebnisse werden bei kontinuierlichem Wasserdurchfluss erzielt. Alle diese Eigenschaften des Leitungssystems, etwa Größe und Durchfluss, berücksichtigen wir bei der Planung der Installation.
Keine chemische Behandlung gegen Muscheln erforderlich
Wenn wir Kunden aus dieser Branche erstmals treffen, setzen sie in der Regel bereits Biozide zur Bekämpfung des Meeresbewuchses ein. Dies kann ein einfacher Weg sein, den Durchfluss zu erhöhen oder eine ausreichende Kühlung sicherzustellen.
Chemikalien wie Chlor werden beispielsweise dem Wasser zugesetzt, um verstopfte Wärmetauscher zu reinigen. Zusammen mit den abgestorbenen Muscheln werden sie aus dem System ins offene Meer gespült. Jeder kann sich vorstellen, dass dies nicht umweltfreundlich ist und weitreichende Folgen für andere Meeresorganismen haben kann. Vorbeischwimmende Fische werden geschädigt, was sich negativ auf das Ökosystem auswirkt.
Diese drastischen Methoden werden von Behörden und Politik immer weniger akzeptiert. So ist beispielsweise in der Nordsee der Einsatz bestimmter Chemikalien – wie des genannten Chlors – inzwischen nicht mehr erlaubt.
Was sagen unsere Kunden?
Die jüngsten Erfahrungen aus dem Jahr 2018 bestätigen erneut, dass unmittelbar nach der Installation des Merus Rings eine große Menge Muscheln aus dem System gespült wird. Deshalb mussten die Filter in der ersten Phase nach der Installation häufiger gereinigt werden. Diese Muscheln waren bereits vor unserer Installation im Wassersystem gewachsen. Nachdem das System allein durch die Installation der Merus Ringe gereinigt worden war, befanden sich nur noch sehr wenige Muscheln im System. Zu diesem Zeitpunkt stellte der Kunde die Dosierung von Chemikalien ein.
Der Kunde ist mit der Leistung des Merus Rings zufrieden und plant weitere Installationen an anderen Systemen.
Passende Anwendungsbeispiele
Quellseite: merusonline.com/seashell



