
Downstream in der Öl- und Gasindustrie
Zum Downstream-Bereich gehören Raffinerien und petrochemische Anlagen. Hier finden die abschließenden Prozessschritte der Öl- und Gasindustrie statt. Bei der Raffination muss das Öl aufbereitet und gereinigt werden. Insbesondere Schwefel und Salze müssen entfernt werden.
Im nächsten Midstream-Schritt werden die Kohlenwasserstoffe in verschiedene Bestandteile zerlegt. Dafür wird das Öl normalerweise auf etwa 400 °C erhitzt. Einzelne Bestandteile wie Naphtha und Benzin werden bei 150 °C abgetrennt, Kerosin, Flugtreibstoff und Petroleum bei etwa 200 °C, Diesel bei 300 °C und Schweröle bei 375 °C. Übrig bleiben Schmieröle, Bitumen, Teer, Asphaltene usw.
Entscheidend für die Qualität der Endprodukte ist die Qualität des Rohöls oder Erdgases. Leichtes, sauberes Öl wie WTI aus Texas lässt sich wesentlich leichter raffinieren als hochviskoses Öl mit hohem Schwefel- und Teergehalt. Deshalb raffinieren einige Ölunternehmen an unterschiedlichen Standorten. Manche Raffinerien sind spezialisiert und produzieren nur Leichtöl, andere ausschließlich Schmieröl.
Öl im Downstream-Bereich erhitzen
Wie oben beschrieben, wird Rohöl in den meisten Raffinerien auf 400 °C erhitzt. Am effizientesten geschieht dies in einer sogenannten Wärmetauscherstraße. Sie besteht aus Kreuzstromwärmetauschern und einem Ofen. Das Rohöl wird schrittweise erhitzt, sodass der Ofen nicht die gesamte Erwärmung auf einmal übernehmen muss. Das ist zugleich sehr energieeffizient. Solche Kreuzstromwärmetauscher sind ein wichtiger Bestandteil jedes Downstream-Prozesses. Wie im Fließschema zu sehen ist, tritt das unbehandelte Naphtha bereits mit 170 °C ein. Es strömt durch die Rohrseite der vier Wärmetauscher und anschließend in einen Ofen. Dort wird es auf 290 °C erhitzt. Danach fließt das Naphtha durch die Wärmetauscher zurück, diesmal auf der Mantelseite, und kühlt dabei ab. Gleichzeitig wird das frische Naphtha vorgewärmt.
Zwei wesentliche Merus Anwendungen im Downstream-Bereich
Im Downstream-Bereich befassen wir uns mit 2 wesentlichen Anwendungen.
Zum einen sind dies die Wärmetauscherstraßen. Hier verbessern wir die Fouling-Situation in den Wärmetauschern. Wir können Fouling nicht immer vollständig stoppen, erreichen jedoch auf jeden Fall eine langsamere Ablagerungsbildung. Dies wird anhand von Daten zur Wärmeübertragung oder zur Reinigungshäufigkeit dokumentiert.
Zum anderen behandelt Merus das Kühlwasser in den Prozessen. In einer Raffinerie wird viel Kühlleistung benötigt. Entweder behandeln wir das gesamte Kühlsystem oder nur bestimmte einzelne Maschinen. Dabei bekämpfen wir die üblichen Probleme: Kalk, Korrosion, Biofouling.
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