
Der Pourpoint einer Flüssigkeit beschreibt allgemein die niedrigste Temperatur, bei der sie noch fließ- und pumpfähig ist. Jeder Bestandteil des Rohöls besitzt einen eigenen Pourpoint. Erreicht das Rohöl oder eines seiner Endprodukte seinen jeweiligen Pourpoint, lässt es sich nicht mehr durch die Leitungen pumpen. Die Steuerung des Rohölflusses ist eine komplexe Aufgabe, die sich durch eine Absenkung des Pourpoints erleichtern lässt.
Um zu verhindern, dass das Rohöl seinen Pourpoint erreicht, gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste und naheliegende Methode ist die Wärmezufuhr, die den Transport durch die Leitung sicherstellt. Die zweite besteht darin, teure Chemikalien zuzusetzen, sogenannte PPD (Pour Point Depressants, Pourpoint-Erniedriger).
Trotz aller Bemühungen führt die Umgebungstemperatur gelegentlich dazu, dass das Rohöl abkühlt und nicht mehr fließt. Besonders offshore ist dies ein gefürchtetes Problem, da die Meerestemperatur nicht immer vorhersehbar ist und sich nicht kontrollieren lässt. Solange das Rohöl fließt, bleibt seine Temperatur mehr oder weniger stabil. Die Zeit für die Passage des unterseeischen Leitungsabschnitts ist zu kurz, um die Temperatur wesentlich abzusenken. Erst wenn der kontinuierliche Fluss unterbrochen wird, steigt das Risiko des Eindickens erheblich. Dann kann eine chemische Reinigung der Leitung sehr teuer werden. Häufig ist sie die einzige Möglichkeit, die Leitung von erstarrtem Rohöl zu befreien und die Produktion wieder aufzunehmen.
Den Pourpoint mit Merus senken
Was wie ein Wunder klingt, ist ein positiver Nebeneffekt der Merus Technologie. In der Praxis haben wir die Erfahrung gemacht, dass nach der Installation eines Merus Rings der Pourpoint von Rohöl und seinen Bestandteilen sinkt. Die Merus Technologie unterstützt die Wirkung der PPD und verbessert damit ihre Effizienz.
Diese Beobachtung ließ sich durch den Vergleich der Daten vor und nach der Installation belegen. Dieser besondere Effekt ergänzt die Wirkung von Merus auf Paraffinablagerungen und Viskosität. Wie stark der Pourpoint im Einzelfall gesenkt wird, können wir nicht vorhersagen. Die Daten zeigen jedoch, dass wir die natürlichen Grenzen erweitern und das Risiko einer blockierten Leitung unter den gegebenen Bedingungen wie Temperaturschwankungen und unregelmäßigem Rohölfluss verringern können.
Weniger Wärme und weniger PPD
Nach der Installation der Merus Ringe empfehlen wir unseren Kunden, Wärmezufuhr und PPD-Dosierung zunächst unverändert zu lassen. Nach einiger Zeit können beide Werte schrittweise reduziert werden. Dieses Vorgehen gewährleistet jederzeit eine stabile Produktion.
Wir haben Förderleitungen von mehreren Kilometern Länge ausgestattet. Die Pipeline musste an drei verschiedenen Stellen beheizt werden. Nach der Installation des Merus Rings wurde die Beheizung langsam reduziert, bis wir und der Kunde sicher waren, dass der Fluss auch ohne jede Beheizung stabil bleiben würde. Dies galt sogar, als die Umgebungstemperatur unter den kritischen Punkt, den Pourpoint, sank. Der geschätzte „neue“ Pourpoint lag 10-15% unter dem „ursprünglichen“ Wert dieses Rohöls.
Außerdem erhöhte sich die Wirksamkeit der PPD um etwa 30%. Dies wurde als Einsparung durch die Installation eines Merus Rings berechnet.



